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Aus dem Rathaus

Standesamtliche Trauungen in Schloß Kirchberg

Artikel vom 02.03.2010

Wo Tischbein die gräfliche Familie malte…
…finden heute standesamtliche Trauungen und Schlossführungen statt.

Schloß Kirchberg

Wer hat nicht schon einmal von einer märchenhaften Hochzeit geträumt? Warum sollte man dann nicht einen der schönsten Tage des Lebens in einem Schloss erleben? In Kirchberg an der Jagst kann dieser Traum wahr werden, denn das Standesamt Kirchberg an der Jagst bietet die Möglichkeit an, sich auch im Schloß Kirchberg standesamtlich trauen zu lassen. Für eine stilvolle Trauung inmitten alter Gemäuer stehen zwei Räume des Schlosses zur Verfügung – das „Staatszimmer“ mit seinem fürstlichen Ambiente und der „Jagdsaal“, ein Raum rustikaler Art.

Zum Feiern und Verweilen laden zum Beispiel der „Rittersaal“ mit seinen Deckengemälden oder das „Türmchenzimmer“ mit einem traumhaften Ausblick auf das Jagsttal ein. Die schönen Schlossräume sowie der Schlosspark eignen sich auch für romantische Fotoaufnahmen und während der Feier können die Hochzeitsgäste bei einer Schlossführung eine Zeitreise ins Barockzeitalter unternehmen. Anschließend kann im man im „Hochzeitszimmer“ oder „Adlerhorst“ übernachten.

Der Jagdsaal
Trauung im Staatszimmer, Foto: Hartmut Volk

Das „Staatszimmer“ hat eine interessante Baugeschichte, von der Elisabeth Grünewald kenntnisreich berichtet:

Graf Friedrich Eberhard (1672 bis 1737) hatte für den ersten Stock des damaligen Renaissanceschlosses einige Räume für seine Gemahlin vorgesehen, daraus in der Bauausführung jedoch Staatszimmer wurden. Die gesamte Innenausstattung nahm um 1707 entsprechend ihrer Bedeutung noch die Folgejahre in Anspruch. Die Schlossräume wurden mit Formen des schweren Barocks ausgestattet, der damals noch ganz Süddeutschland beherrschte.

Die Entwicklung, Erweiterung und Ausgestaltung des Schlosses zur Barockresidenz erfolgte jedoch erst nach dem Regierungsantritt von Graf Carl August (1707 bis 1767), denn dieser galt als kenntnisreicher Auftraggeber bei der Ausgestaltung der Schlossinnenräume. Doch auch wenn er ein baulustiger Barockregent war, rechnete er immer gewissenhaft mit den Steuereinnahmen seiner Grafschaft und verlor nie den Blick für das finanziell Mögliche.

Nach der Barockisierung durch den in Ansbach tätigen Italiener Baudirektor Leopoldo Retti folgte der Innenausbau.

Im Jahr 1744 wurde Johann Valentin Tischbein (1715 bis 1768) als Hofmaler nach Kirchberg berufen. Damit wurde die Regierungszeit Carl Augusts (1707 bis 1767) für die gesamte Kunstpflege am Kirchberger Hof die Fruchtbarste. Denn unter ihm entwickelte sich das düstere Renaissanceschloss zur festlichen Barockresidenz.

„Das große Familienstück“ (heute im Schloss Neuenstein) ist das wertvollsten und wohl interessanteste Gemälde von Johann Valentin Tischbein (1715 bis 1768); dort ist die damalige Familie des Carl August in seinem Staatszimmer dargestellt.

"Das große Familienstück" von Johann Valentin Tischbein
(1715 bis 1768)

Seit fünf Jahren führt Schlossführer Alfred Albrecht interessierte Besucher ins Staatszimmer; in 330 Führungen haben etwa 5500 Besucher aus 26 Ländern das bedeutende Zimmer besichtigt. Während der Schlossführung werden die Besucher symbolisch zu „Staatsgästen auf Schloß Kirchberg“ ernannt und im Gästebuch verewigt. Nun können sich hier auch Brautpaare eintragen, die den Bund fürs Leben im Schloß Kirchberg schließen.

Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung Kirchberg: Standesbeamtin Edith Damm, Tel.-Nr. 07954/9801-14, damm@kirchberg-jagst.de

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