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Lendsiedel

Sehenswertes

Stephanuskirche

Stephanuskirche Lendsiedel.jpg

Als 1080 Lendsiedel erstmals urkundlich genannt wird, dürfte bereits eine Kirche vorhanden gewesen sein, die dann zur Urzelle verschiedener Pfarreien in der Umgebung wurde. Baulich wird es sich um eine Kirche in Fachwerk gehandelt haben, eine damals auch für Kirchen übliche Bauweise.

Wenn wir uns von Westen dieser Kirche nähern, so fällt vor allem als großartige Dokumentation mittelalterlicher Baukunst der Turm auf. Bei ihm handelt es sich um den Rest einer Kirche des 13. Jahrhunderts. Was davon noch erhalten ist, ist der dreigeschossige Turm mit zwei Friesen, von denen der eine noch deutlich das Schachbrettmuster der Hohenstaufenzeit aufweist. Oben unter der Holzverschalung befindet sich ein weiteres Stockwerk aus Fachwerk.

Um die Kirche befand sich der Friedhof. Das Ganze war mit Mauern umgeben. Innerhalb der Mauern befand sich das Pfarrhaus sowie das Schulhaus.

Wirkung des Gesamtbaues

Altar Stephanuskirche

Die Wirkung des Gesamtbaues ist von Westen her noch durchaus einheitlich. An sich gehört er jedoch zwei Bauepochen an, der Turm stammt aus der romanischen Zeit, der Mittelbau war ursprünglich gotisch, im 18. Jahrhundert baulich verändert, enthält er jedoch gotische Elemente, wie das Eingangstor an der Südseite und den noch rein gotischen Chor aus der Zeit von 1511. Im Turm befinden sich Schießscharten wie bei allen Wehrkirchen. Das eingemeißelte Wort „HAMM“ an der Südwand des Turms gab Rätsel auf, es handelt sich aber um eine spätere Zutat eines Steinmetzen. Eine genaue Datierung der gotischen Kirche ermöglicht eine Inschrift über dem Südportal mit der Jahreszahl 1511. Darüber ist ein Wappen, das dem Rittergeschlecht der Herren von Vellberg zugehört als den Patronatsherren der Kirche und eines großen Teils des Dorfes als Bestandteil der Herrschaft Leofels. Der Schild zeigt einen Adlerflug, die Inschrift lautet: „anno domini MVXI (1511) jar haben her jorg Christ‘ vnd Ernfrid von Vellberg alz Kirchhern dyse Kirchen zu pawen angefangen am suntag oculi amen“. Links und rechts an der Seite des Spitzbogentores befinden sich sogenannte „Wetzscharten“, deren Bedeutung noch nicht geklärt ist.
Die Südseite des Langhauses zeigt heute nur drei Fenster in gotischen Formen, analog der Nordseite. Eine sehr schöne Sonnenuhr zeigt noch die Zeit an. Der Spruch „Es ist später als du denkst“ ist 1970 beigefügt worden. Die gotischen Maßwerkfenster enthalten Fischblasenmuster, in der Mitte ein Herz. Ganz besonders bemerkenswert sind die vielen Grabdenkmäler an der Südseite der Kirche.

Der rein gotische Chor ist im Sechseck geschlossen mit hohen großen Fenstern und entsprechendem Maßwerk in spätgotischen Formen. In einer Nische findet sich wieder wie am Turm das Wort HAMM und die Jahreszahl 1848, es handelt sich also um die Verewigung des Namens eines Steinmetzes, der damals an der Kirche arbeitete.
Man betritt das Innere der Kirche durch das Südportal mit seinen schönen gotischen Formen. Man steht in einem Raum, der deutlich noch alle Merkmale der Gotik zeigt. 1950 wurde die Kirche gründlich erneuert, dabei wurde die Orgel tiefer gesetzt, damit der Chor besser zur Geltung kommt. Im Schiff wurde eine Holzdecke eingezogen. Die doppelten Emporen wurden ausgebaut und durch eine Empore ersetzt. 1969 wurde das Gestühl im Schiff unten erneuert.

Orgel aus dem Jahre 1702

Wenn man die Fensterumrahmungen im Schiff anschaut kann man feststellen, dass die Malereien den späten Renaissance-Formen angehören. Links vom zweiten Fenster ist deutlich noch sichtbar eine ältere Malerei, nämlich ein Engel mit Waage und Schwert, der jedoch nicht zu einer Fensterumrahmung zu rechnen ist, sondern vielmehr der Erbauungszeit der Kirche um 1511 zugehört. Es handelt sich offenbar um den hl. Michael mit Waage und Schwert aus einer Darstellung des letzten Gerichts. Die Kreuze, welche unter den Fenstern angebracht sind, sind sogenannte „Konsekrationskreuze“, zu deutsch: Zeichen der Einweihung der Kirche, bei welcher jeweils 12 solcher Kreuze angebracht wurden.

Bei einer Ausgrabung bei der letzten Restaurierung wurden aus dem Fußboden vor dem Chor ein Grabstein aus Alabaster erhoben, der dem Andenken eines Kindes gewidmet ist, das 3 Rosen in der Hand hält. Es handelt sich um die im Alter von 10 Jahren verstorbene Tochter von Vogt Conrad.

Auf der Empore steht ein Epitaphium (Grabdenkmal) aus Holz für eben diesen Vogt Conrad. Vogt Conrad war um 1600 oberster Verwaltungsbeamter der Herrschaft Kirchberg, die damals den Grafen von Hohenlohe zu Langenburg gehörte.
Das eigentliche Hauptstück der Kirche ist der Chor. Der Triumphbogen ist wieder mit der Ornamentikmalerei der deutsche Spätrenaissance umrahmt worden und man schaut hinauf zum schönen gotischen Gewölbe, das eine gewisse Ähnlichkeit hat mit dem gleich gestalteten Gewölbe in der Stadtpfarrkirche St. Michael in Schwäbisch Hall. Zwei Schlusssteine des Gewölbes zeigen Wappen, in einem Schild ein Rad mit fünf Speichen, das dem Rittergeschlecht von Berlichingen zugehört, und ein Wappen der Ritter von Velberg mit dem Adlerflug, jenes Ernfried von Velberg, der zusammen mit seinem Bruder die Kirche neu gebaut hat. Das Berlichinger Wappen gehört zu den Ehewappen eines der Velberger.

Im Chor steht auch die interessante Orgel aus dem Jahre 1702, eine der wenigen Barockorgeln, die wir noch in der Gegend haben. Sie hat einen sogenannten Zimbelstern, der in der Mitte des mittleren Pfeiffenturms herausragt und der durch besondere Schaltung beim Spiel rotiert und eine Melodie erklingen lässt, zart wie aus einer Spieluhr. Die Orgel wurde 1980 gründlich renoviert und um ein Schwellwerk erweitert.

Der Altar ist ein neuer Tischaltar, eine Mensa wie in früherer Zeit vor der Gotik. Dahinter steht eine Kreuzigungsgruppe. Das Kruzifix wurde anlässlich der Renovation 1955 auf dem Kirchenboden gefunden und restauriert. Es gehört wohl zum ursprünglichen Altar der Kirche, welche im letzten Jahrhundert beschädigt wurde. Der Jünger Johannes und die Mutter Maria sind um 1970 von der Orgel heruntergeholt und zur Kreuzigungsgruppe gestaltet worden. Die Figuren am Orgelprospekt „Maria und Stephanus“ sind nach 1970 zugekauft worden und wohl neuere Arbeiten.

Von besonderem Interesse ist die Tatsache, dass die Freiherrn von Crailsheim auf Schloss Hornberg bei Kirchberg hier in der Kirche von Lendsiedel ihre Grablege hatten. Daher stammen ganz bedeutende Grabdenkmäler.
Original von 1511 ist das gotische Sakramentshäuschen an der Nordseite des Chors mit interessantem Kapitälschmuck auf steinernem Wurzelwerk (die Wurzel aus Jesse)

Die Original-Kanzel vom Jahre 1511 ist aus Stein und bemalt. Der Fuß jedoch dürfte später gegen 1600 sein. In den Nischen sind als Malereien dargestellt: die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Der Deckel über der Kanzel dürfte aus der Zeit der Spätrenaissance um 1590 oder 1600 stammen.

An der Nordseite des Chores befindet sich eine Tür in spätgotischen Formen mit geschwungenem Spitzbogen (sogen. Eselrücken) und von einem Rahmen mit Renaissance-Malerei umgeben. Diese Tür führt in die Sakristei, die ein Anbau an die Kirche ist. Sie enthält verschiedene interessante Sehenswürdigkeiten. Über der Türe im Innern hängt eine metallene Inschrifttafel, worauf in spätgotischen Lettern steht: „anno domini 1535 jar am suntag nach der heiligen dreiy Kynig tag verschid die Edel und tugenthaftig frau Eva von Bebenbergk, gebporn v. rechenberg, wilhelm v. bebenbergk des letzten nachgelassene wytyben, der Sele got genedig sey.“ Diese Tafel stammt von einem Grabmal aus Stein für die sogenannte Eva von Bebenburg, das einst im Chor der Kirche lag.

Schließlich sind an der Nordseite noch die Tafeln mit den Namen und Daten der Pfarrer und Diakone, die in Lendsiedel tätig waren.

Auszüge aus dem Kirchenführer der Stephanuskirche in Lendsiedel.

Brückenstein

Brückenstein Lendsiedel

Auf Steinbrücke am Schmiedbuck ehemaliger Zollstein mit Inschrift.

 

 

 

 

 

 

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