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Aktuelles

Neue Sonderausstellung im Sandelschen Museum vom 27. März bis 1. August 2022

Plakat zur Ausstellung
Plakat zur Ausstellung

Brauns Welt im Sandelschen Museum
Wiederbegegnung mit dem Künstler Hans Emil Braun-Kirchberg

In Künzelsau ist Emil Braun am 13. Juli 1887 geboren. Als der Vater 1892 starb zog die  Mutter mit Sohn und Tochter in ihre Heimatstadt Kirchberg. Dort verbrachte der aufgeweckte Junge seine Kindheit, bevor er die Welt entdeckte als Buchhändler in Hamburg, Gießen und Rom, wo er sich 1912 als freier Künstler erprobte. Es folgte das Studium an der Stuttgarter Kunstakademie, unterbrochen durch Militärdienst  von 1914 bis 1916.
 
Nach dem Krieg verließ er Stuttgart und kehrte zu Mutter und Schwester nach Kirchberg  zurück, wo er sich „von dem Wirrwarr der Akademie“ erholte, „wo der eine Lehrer  Expressionist, der andere Impressionist und der dritte alt-meisterlich ist.“ Es war ein Neubeginn. Der so oft Ruhelose hatte hier ein Ziel gefunden, war voller Pläne  und Schaffensdrang. In den Jahren von 1919 bis 1921 hat er die Hälfte seiner 226 Radierungen geschaffen. Es waren die glücklichsten Jahre seines Lebens.
 
1920 heiratete er Hildegard Sell in Frankfurt, 1921 wurde ihr Sohn Roland in Kirchberg  geboren. Mit der Heirat fiel zusammen, dass er seinen Namen änderte. Seine Frau, der der 
Vorname Emil nicht gefiel, nannte ihn Hans nach ihrem im Kriege gefallenen Bruder. So 
setzte er diesen Namen seinem Vornamen voran. An den Familiennamen hängte er den  Namen des Wohnortes,  weil er sich mit Kirchberg identifizierte und künstlerisch auseinandersetzen konnte.
 
Aber auch diese glückliche Zeit endete 1927. Die Eheleute trennten sich, beide zogen nach  Stuttgart und ließen sich 1930 scheiden. Braun-Kirchbergs Hoffnung in Stuttgart größere Möglichkeiten für Aufträge zu bekommen,  hat sich nicht erfüllt. Wenige Arbeiten konnte er verkaufen, immerhin an die Staatsgalerie in Stuttgart und das Kunsthaus in Zürich. Als er 1965 nach Kirchberg zurückkehrte, wo er 1971 mit 83 Jahren im Altersheim im  Schloss verstarb, hatte er alle künstlerischen Tätigkeiten längst aufgegeben.
 
Sein Nachlass ist im Sandelschen Museum. In einer Sonderausstellung werden nun Werke  aus allen Schaffensperioden gezeigt: Zeichnungen aus seinen Anfängen, Holzschnitte und  Radierungen aus seiner Akademiezeit, Ölgemälde und die herausragenden Radierungen der 20er Jahre, in denen er die hohenloher Landschaft so treffend erfasst hat. Es ist die Gelegenheit Brauns Welt, die eines Künstlers „von hier“, umfassend zu erleben.
 
Die Ausstellung kann sonn- und feiertags bis 1. August von 14-17 Uhr gesehen werden.
 
Der Eintritt ist frei.
 

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